Der Patriot am 14.6.2019: Punktlandung zum Mühlenfest hingelegt

Von Renate Hense

BAD WESTERNKOTTEN – Bis zuletzt war es spannend, dann konnten die Heimatfreunde aufatmen. Am Pfingstmontag, zum traditionellen Mühlenfest, drehten sich die Räder des Schrotmahlwerkes an der Schäferkämpfer Wassermühle in Bad Westernkotten wieder. Somit ist jetzt das erste der beiden Mahlwerke wieder in Betrieb.

Erst am Samstag legte Mühlenbauer Karl Rohlfing zum letzten Mal Hand an. „Wasser – aber nicht so viel auf einmal“, tönte es dann aus dem untersten Kellergewölbe. Langsam beginnen sich Welle und Mühlrad zu drehen. Der Mühlenbauer hört und sieht ganz genau hin. Alles richtig gemacht! Die 44 neuen Holzzähne des Kammrades greifen wieder perfekt in das metallene Antriebsrad der Mühlsteine. Rohlfing: „Ich habe jeden Zahn einzeln an das Antriebsrad der Mühlsteinwelle angepasst“. Verwendet hat er dafür das besonders harte und widerstandsfähige Robinienholz. Eine Etage höher haben auch die Mühlsteine wieder Fahrt aufgenommen. Eine Punktlandung. Beim Mühlenfest konnten die Besucher wieder sehen und hören, wie in früherer Zeit das Korn zu Schrot gemahlen wurde. Alte Handwerkskünste lebten an verschiedenen Ständen rund um die Mühle wieder auf, wie Schmieden, Klöppeln oder Stuhl- und Korbflechten. Andere Stände boten selbst gemachte Produkte an.

Der Vorsitzende der Heimatfreunde, Stefan Wiesner, berichtet nicht ohne Stolz: „Es ist für uns ein besonderes Jahr, in dem wir ein kleines Jubiläum feiern können. Seit 25 Jahren betreibt der Verein das Mühlenmuseum mit funktionsfähiger Technik.“ Wichtig ist ihm auch zu erwähnen, dass seit Ende letzten Jahres die traditionelle Handwerksmüllerei, also das Handwerk, von der Deutschen UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden ist.

Die neue Antriebswelle für das zweite Mahlwerk in der Mühle ist übrigens schon eingebaut. Der äußere Lagerstein muss noch hergestellt, montiert und genau angepasst werden, damit in der Mühle wieder alles „rund“ läuft.

rh