Der Patriot am 17.6.2019: Promenadenfest: Sehen und gesehen werden

Promenieren bedeute auch sehen und gesehen werden, sagte Wolfgang Marcus in seiner Eröffnungsansprache zum 21. Promenadenfest. Der Verkehrsvereinsvorsitzende und Ortsvorsteher rückte die Bedeutung der Wörter „Promenieren“ und „Promenade“ mit launigen Worten in den Blickpunkt. Er hieß zudem die zahlreichen Gäste willkommen.

Von Elke Kleinejasper-Schumacher

BAD WESTERNKOTTEN – Sehen und gesehen werden – das passte zweifelsohne zum fröhlichen Promenadenfest. In der Tat gab es wieder viel zu sehen und zudem mit Grazyna Glaza eine charmante neue Heilbad-Botschafterin, die sich erstmals als Sälzerkönigin sehen und feiern ließ. Zur festlichen Proklamation geleiteten sie Stefan Wiesner und Hartmut Kloß von den Heimatfreunden Bad Westernkotten als Salzsieder gekleidet. Für die musikalische Begleitung sorgte das Blasorchester Musikverein Bad Westernkotten.

Der Vorsitzende des Gradierwerkevereins, Andreas Stillecke, moderierte die Proklamation und steigerte die Spannung des Publikums, wer das Heilbad 2019/20 als Sälzerkönigin repräsentieren wird. Mit kräftigem Applaus und viele Glückwünschen wurde Grazyna Glaza kurz darauf begrüßt.

Die neue Sälzerkönigin lebt mit ihrer Familie seit 19 Jahren in Bad Westernkotten. Sie habe das Leben im Ort kennen und lieben gelernt und fühle sich mit ihm sehr verbunden, sagte sie.

Ihre Vorgängerin Natalia Kuschnik, die zuvor mit großem Dank verabschiedet worden war, überreichte Grazyna Glaza die schöne neue Sälzerkönigin-Schärpe mit Heilbad-Logo.

Als erste Amtshandlung gab die frisch gekürte Sälzerkönigin das Startsignal zum spannenden Fischchen-Wettschwimmen im Osterbach. Die vielen Kinder, die dabei ein Plastik-Fischchen starten ließen, feuerten diese begeistert an.

Beim Promenadenfest gab es allgemein viel zu sehen, aber auch zu hören, zu entdecken, zu genießen und zum Mitmachen. Das Programm bot abwechslungsreiche Unterhaltung, Kurzweil und gute Laune. Einkaufsspaß gab es an den vielen Verkaufsständen, in den geöffneten Geschäften und auf dem Kinderflohmarkt in der Osterbachstraße – und das bei schönstem Sommerwetter.

Der Patriot am 14.6.2019: Punktlandung zum Mühlenfest hingelegt

Von Renate Hense

BAD WESTERNKOTTEN – Bis zuletzt war es spannend, dann konnten die Heimatfreunde aufatmen. Am Pfingstmontag, zum traditionellen Mühlenfest, drehten sich die Räder des Schrotmahlwerkes an der Schäferkämpfer Wassermühle in Bad Westernkotten wieder. Somit ist jetzt das erste der beiden Mahlwerke wieder in Betrieb.

Erst am Samstag legte Mühlenbauer Karl Rohlfing zum letzten Mal Hand an. „Wasser – aber nicht so viel auf einmal“, tönte es dann aus dem untersten Kellergewölbe. Langsam beginnen sich Welle und Mühlrad zu drehen. Der Mühlenbauer hört und sieht ganz genau hin. Alles richtig gemacht! Die 44 neuen Holzzähne des Kammrades greifen wieder perfekt in das metallene Antriebsrad der Mühlsteine. Rohlfing: „Ich habe jeden Zahn einzeln an das Antriebsrad der Mühlsteinwelle angepasst“. Verwendet hat er dafür das besonders harte und widerstandsfähige Robinienholz. Eine Etage höher haben auch die Mühlsteine wieder Fahrt aufgenommen. Eine Punktlandung. Beim Mühlenfest konnten die Besucher wieder sehen und hören, wie in früherer Zeit das Korn zu Schrot gemahlen wurde. Alte Handwerkskünste lebten an verschiedenen Ständen rund um die Mühle wieder auf, wie Schmieden, Klöppeln oder Stuhl- und Korbflechten. Andere Stände boten selbst gemachte Produkte an.

Der Vorsitzende der Heimatfreunde, Stefan Wiesner, berichtet nicht ohne Stolz: „Es ist für uns ein besonderes Jahr, in dem wir ein kleines Jubiläum feiern können. Seit 25 Jahren betreibt der Verein das Mühlenmuseum mit funktionsfähiger Technik.“ Wichtig ist ihm auch zu erwähnen, dass seit Ende letzten Jahres die traditionelle Handwerksmüllerei, also das Handwerk, von der Deutschen UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden ist.

Die neue Antriebswelle für das zweite Mahlwerk in der Mühle ist übrigens schon eingebaut. Der äußere Lagerstein muss noch hergestellt, montiert und genau angepasst werden, damit in der Mühle wieder alles „rund“ läuft.

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Der Patriot am 14.4.2019: „Weißes Gold“ findet reißenden Absatz beim Siederfest

Wie aus flüssiger Sole rieselndes Salz wird, erfuhren die Besucher am Sonntag beim Siederfest in Bad Westernkotten. Drumherum gab es ein buntes Programm und überraschend gutes Wetter.

Von Renate Hense

BAD WESTERNKOTTEN – „Wer hat mit solch einem Wetter gerechnet!“ Viel Erleichterung klang am Sonntag angesichts der überraschend guten äußeren Bedingungen bei den Besuchern und Organisatoren des Siederfestes in Bad Westernkotten durch. Bei strahlendem Sonnenschein zeigten die Heimatfreunde mitten auf der Wiese im Kurpark in der Nähe der großen Gradierwerke wieder einmal die Kunst des alten Siedens.

Die Sole, die in der großen Pfanne erhitzt wird, hat laut Hartmut Kloß von den Heimatfreunden einen Salzanteil von 18 Prozent. Andreas Stillecke, Vorsitzender des Gradierwerkevereins, erinnerte in seiner Eröffnungsrede: „Es ist den Heimatfreunden wichtig, die alte Sälzer-Tradition lebendig zu halten“.

Die amtierende Sälzerkönigin, in diesem Jahr ist es Natalia Kuschnik, durfte das erste frisch gesiedete Salz aus der dampfenden Pfanne abschöpfen. Ortsvorsteher und Vorsitzender des Verkehrsvereins Wolfgang Marcus war einer von vielen interessierten Beobachtern. Spannend wurde es noch einmal, als Natalia Kuschnik aus einer Box den Namen ihrer Nachfolgerin zog. „Ich wäre noch einmal angetreten“, scherzte sie, und zog ein positives Resüme ihrer Amtszeit, die sich bald dem Ende neigt. Nummer Neun verkündete sie anschließend den neugierigen Besuchern, als sie den Umschlag aus der Box gezogen hatte. Die neue Sälzerkönigin ist also bisher nur eine Nummer. Der Name dazu ist ein wirklich wohl gehütetes Geheimnis im Ort, das erst Mitte Juni beim Promenadenfest gelüftet wird. Dann wird die neue Sälzerkönigin proklamiert und vorgestellt.

Das frisch gesiedete Salz wurde unterdessen in kleinen Beuteln verpackt zum Verkauf angeboten. Es fand reißenden Absatz, ist es doch ein begehrtes Mitbringsel für daheim oder ein lieber Gruß für Freunde. Die Heimatfreunde standen während des ganzen Tages für alle Fragen „rund um das weiße Gold“ zur Verfügung. Für die musikalische Begleitung sorgten das Tambourcorps Bad Westernkotten und die Band „Rocking’ chair“. Keine Wünsche offen blieben bei dem kulinarischen Angebot. Die Stände hatten neben den herzhaften Kartoffelwaffeln, kühlen Getränken und den selbstgebackenen Torten in der Cafeteria für jeden Geschmack etwas dabei, genau wie die Händler, die mit ihrem abwechslungsreichen Frühlingsangeboten die Kundschaft lockten.

Das Highlight für die Kleinsten war die Fahrt mit der bunten Eisenbahn, die viele Eltern an diesem Tag gern spendierten. Die Vorbereitungsarbeit der Heimatfreunde hatte sich gelohnt, denn viele Gäste nutzten den schönen Tag und kehrten mit neuen Eindrücken heim.
rh

Jahreskalender 2019 der Heimatfreunde

15.3.2019 19:00 Uhr Jahreshauptversammlung der Heimatfreunde
13.4.2019 14:00 Uhr Öffentliches Palmbundbinden der Heimatfreunde auf dem Kirchplatz.
14.4.2019 11:00 – 17:00 Uhr 15. Siederfest an den Gradierwerken.
10.6.2019 11:00 – 17:00 Uhr Deutscher Mühlentag in und vor der Schäferkämper Wassermühle.
16.6.2019 11:00 – 17:00 Uhr Promenadenfest mit Beteiligung der Siedergilde der Heimatfreunde.
9.7.2019 15:00 Uhr Kleinlobetag in der Mühle
14.7.2019 Lesung an der Schäferkämper Wassermühle mit dem Literaturkreis und der Christine-Koch-Gesellschaft.
14./15.8.2019 17:00 Uhr Kräutersammeln mit den Heimatfreunden ab Kirchplatz.
17.8.2019 14:00 Uhr Krautbundbinden mit den Heimatfreunden auf dem Kirchplatz.
18.8.2019 9:30 Uhr Kräuterweihe in der Pfarrkirche.
1.9.2019 9:30 Uhr Gottesdienst der kath. Gemeinde auf dem Gelände der Wassermühle
3./4.9.2019 Ausflug der Heimatfreunde nach Vreden oder Cloppenburg.
3.10.2019 Schnadgang entlang der südwestlichen Grenze.
6.10.2019 Erntedankmesse. Die Heimatfreunde werden wieder den Aufbau und die Gestaltung des Erntealtars übernehmen.

Der Patriot am 17.7.2018: Leichte Lyrik in Mühlen-Idylle

Sommerlesung der Heimatfreunde hat gefallen

Im Schatten der großen Trauerweide liest Anita Richartz-Freitag aus ihrem Buch sommerleichte Lyrik vor. Und die Zuhörer lauschen gespannt in der Mühlen-Idylle.    Foto: Hense

BAD WESTERNKOTTEN   „So sitze ich am liebsten“ mit diesen Worten aus einem Gedicht von Robert Gernhardt eröffnete Egbert Lanhenke die traditionelle Sommerlesung des Literaturkreises der Heimatfreunde an der Schäferkämper Wassermühle in Bad Westernkotten.
Die große alte Trauerweide vor dem Mühleneingang spendet genug Schatten an diesem Sommertag und lässt nur vereinzelte Sonnenstrahlen durch. Bänke sind um das hölzerne Stehpult aufgestellt. Waffelduft hängt in der Luft und lässt bereits erahnen, dass es nicht nur literarische Kost gibt an diesem Nachmittag. Barbara Kling und Anita Richartz-Freitag gestalten den Nachmittag maßgeblich mit.
Sie sind mit ihrer ersten Vorsitzenden Stephanie Schröter von der Literarischen Gesellschaft Sauerland gekommen, früher vielen bekannt unter dem Namen Christine Koch Gesellschaft, die auch durch das Programm führt. Egbert Lanhenke und Brigitte Schetschok lesen aus den Reihen der Heimatfreunde. Heitere, leichte Sommerlyrik ist angesagt. Anita Richartz-Freitag trägt unter anderem aus ihrem eigenen Buch „Damals in Hüsten“ vor. Erinnerungen an ihre Kindheit haben sie inspiriert zu der Geschichte „Tantenbesuch“. Hierbei geht es um nicht ganz ernst gemeinte Erlebnisse, die sich bei den zahlreichen Besuchen verschiedener Tanten zugetragen haben.
Detailgetreu werden Aussehen, Charaktere und der nicht immer einfache Umgang miteinander beschrieben. Barbara Kling liest eigene kurze wunderbar tiefgründige Gedichte vor, die überwiegend in südlichen Ländern und am Meer spielen. Die Gäste werden zum Atlantik, Mittelmeer, Italien und Nordafrika entführt. Spannend wird es zum Ende mit der Geschichte „Die Fliege“, vorgelesen von Brigitte Schetschok.
An den Reaktionen der Gäste war zu erkennen, welchen starken Eindruck dieser Nachmittag hinterlassen hat. Es hat gefallen.
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Wochentip vom 11.7.2018: Damit altes Handwerk zum neuen Leben erwacht

Spendenaufruf zur Reparatur der Schäferkämper Wassermühle

Wochentip 2018-07 A

Hoffen auf Mithilfe der Menschen und Unternehmen der Region (v.l.): Ortsvorsteher Wolfgang Marcus, NRW-Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg, Bürgermeister Peter Wessel und Dr. Stefan Wiesner von den Heimatfreunden Bad Westernkotten. Fotos: Sanimir Osmic

Erwitte-Bad Westernkotten.
(so) Geschäftiges Treiben herrscht in der Wassermühle am Osterbach, in der mit Hilfe von zwei gewaltigen Rädern und der Kraft des Wassers Korn zu Mehl verarbeitet wird. Dieses Bild bot sich im 18., 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts in Bad Westernkotten. Aber auch rund ein Jahrhundert danach geht es in der Schäferkämper Wassermühle kaum weniger betriebsam zu, denn regelmäßig sind hier Besucher zu Gast, um die voll funktionsfähige Mühlentechnik im geschichtsträchtigen Baudenkmal zu erleben – zumindest bis vor kurzem noch.

Denn der Zahn der Zeit hat daran genagt, wodurch Anfang des Jahres die Antriebswelle an einem der beiden Mühlräder brach. Vor wenigen Tagen traf es dann auch den „Arbeitskollegen“: Einem Zahnrad im zweiten Mühlengang wurden durch Verschleiß „die Zähne gezogen“, womit es ebenfalls für den Praxisbetrieb nicht zur Verfügung steht. Trotzdem finden nach wie vor Führungen im Mühlenmuseum statt, allerdings ohne die anschauliche Demonstration.

Da die Reparatur enorm aufwendig ist und nur von Spezialisten ausgeführt werden kann, schlägt die Restaurierung mit rund 15.000 Euro zu Buche. Deswegen starten die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege als Eigentümer der Schäferkämper Wassermühle und die Heimatfreunde Bad Westernkotten, welche die denkmalgeschützte Anlage pflegen und Führungen anbieten, einen Spendenaufruf. Sie bitten um die Mithilfe der Öffentlichkeit, um dieses Stück Geschichte zu erhalten.

Der NRW-Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg betont, dass die historische Einrichtung am Holzweg, die laut Dr. Stefan Wiesner von den Heimatfreunden im Jahre 1748 erbaut worden ist und in der um 1920 wohl das letzte Korn kommerziell gemahlen wurde, in der ganzen Region ein Begriff ist. Ihre Bedeutung unterstreicht auch Ortsvorsteher Wolfgang Marcus, der erläutert, dass hier seit der Sanierung im Jahr 1994 regelmäßig gut besuchte Besichtigungen und andere Angebote dargeboten werden. Er schätzt die jährliche Zahl an Gästen auf über 1.000.

„Bis zum Spätherbst hoffentlich fertig“

Wochentip 2018-07 B

Friedrich Waldeyer von den Heimatfreunden erklärt an einem Wassermühlen-Modell die Stelle, an der die Antriebswelle gebrochen ist.

Für die Instandsetzung muss das Mühlrad abgebaut werden, wobei ein Schwerlastkran zum Einsatz kommen muss – immerhin wiegen Antriebswelle und Wasserrad jeweils geschätzte vier Tonnen. Der Ausbau soll möglichst bald erfolgen, und Friedrich Waldeyer von den Heimatfreunden hofft, dass bis zum Spätherbst zumindest die gebrochene Antriebswelle behoben wird und ein Mühlengang wieder seine Arbeit aufnehmen kann. Das defekte Zahnrad soll hingegen in einem späteren Schritt angegangen werden.

„Die NRW-Stiftung wird den Heimatfreunden bei der Restaurierung ebenfalls helfen“, berichtet der ehemalige Landtagspräsident Uhlenberg und ergänzt: „Aber natürlich setzen wir auch auf die Spendenbereitschaft der Menschen und der Unternehmen hier in der Region“. Denn nur gemeinsam könne ein so wichtiges Anliegen gelingen, damit am Südrand von Bad Westernkotten bald wieder altes Handwerk zum neuen Leben erwacht.

Spendenkonto
Wer die Reparatur der Schäferkämper Wassermühle in Bad Westernkotten unterstützen möchte, dem steht folgendes Spendenkonto zur Verfügung:
Förderverein NRW-Stiftung IBAN: DE34 3005 0110 1005 3905 37 Stichwort: „Wassermühle“

www.nrw-stiftung.de

Der Patriot am 7.7.2018: Zeit, dass sich was dreht

Schäden an Wassermühle: Spenden sollen Schwung ins Räderwerk bringen

Von Björn Theis

Wünschen sich, dass es bald wieder rund läuft an der Schäferkämper Wassermühle und rufen zu Spenden auf: (v.l.) Wolfgang Marcus, Eckard Uhlenberg, Peter Wessel und Stefan Wiesner.   Foto: Theis

Wünschen sich, dass es bald wieder rund läuft an der Schäferkämper Wassermühle und rufen zu Spenden auf: (v.l.) Wolfgang Marcus, Eckard Uhlenberg, Peter Wessel und Stefan Wiesner.   Foto: Theis

BAD WESTERNKOTTEN Es dreht sich nicht mehr an der Schäferkämper Wassermühle in Bad Westernkotten: Die beiden Mühlräder stehen still. Erst war eine Antriebswelle am Baudenkmal gebrochen, vor einigen Tagen wurden auch noch die Zähne am anderen Mahlrad im wahrsten Sinne des Wortes „abrasiert“. Eine Spendenaktion soll nun helfen, die Mühle wieder in Schwung zu bringen.

Um auf die Bedeutung der dringend benötigten Reparaturen hinzuweisen, stattete jetzt NRW-Stiftungspräsident Eckard Uhlenberg dem imposanten Bauwerk einen Besuch ab. Mitte der 90er Jahre hatte die in Düsseldorf ansässige Stiftung die damals marode Schäferkämper Wassermühle erworben und stellte sie den Heimatfreunden Bad Westernkotten zur Verfügung. Der Verein rettete sie vor dem weiteren Verfall und betreibt seit 25 Jahren mit großem Engagement das Mühlenmuseum mit funktionsfähiger Technik. Für die technisch anspruchsvolle Behebung der Schäden werden rund 15 000 Euro an Kosten fällig, damit die Mühle wieder ihren Betrieb aufnehmen kann.

„Die NRW-Stiftung wird den Heimatfreunden bei der Restaurierung helfen“, sagte Uhlenberg bei der Besichtigung vor Ort zu. „Aber“, so der frühere NRW-Umweltminister und Landtagspräsident, „natürlich setzen wir auch auf die Spendenbereitschaft der Menschen und der Unternehmen hier in der Region. Denn nur gemeinsam kann ein so wichtiges Anliegen wie der Erhalt der alten Mühle gelingen.“ Dies wünscht Uhlenberg den Mitgliedern des Heimatvereins, „denn hier wird enorm gute Arbeit geleistet und es besteht eine hohe Identifikation mit der Sache.“

Begleitet wurde der NRW-Stiftungspräsident bei seinem Besuch unter anderem von Bürgermeister Peter Wessel, Ortsvorsteher Wolfgang Marcus und Stefan Wiesner von den Heimatfreunden.

Der Ortsvorsteher betonte die Bedeutung der Wassermühle für den Kurort, seit diese im Jahr 1994 wieder ans Netz ging. Wolfgang Marcus: „Jeden Samstag finden Führungen statt und es wird demonstriert, wie Korn zu Mehl wird. Die Gäste sind immer froh, dieses Baudenkmal zu sehen. Für Schulklassen findet Sachunterricht vor Ort statt.“

Nicht ohne Stolz berichtete Stefan Wiesner von den Heimatfreunden, dass die Mühle im Bestand erhalten werden konnte, wie sie um 1900 betrieben wurde. Und nebenan können die Gäste gleich noch einen Blick in die Müllerwohnung werfen. Gebaut wurde die Mühle 1768. „Zu damaligen Zeiten hätte es ein Desaster bedeutet, wenn – wie jetzt passiert – wesentliche Bauteile beschädigt gewesen wären“, erzählte Wiesner, der auch sonst die Führungen leitet. Heute ist die technische Entwicklung zum Glück um einiges weiter.

Jetzt muss nur noch das nötige Geld aufgebracht werden, damit das Räderwerk wieder in Schwung kommt. Die Heimatfreunde hoffen, dass die Reparaturarbeiten bis zum Spätherbst abgeschlossen werden können. Denn nur eine drehende Mühle fasziniert die Besucher vollends.

Spenden

Für die aufwendige Reparatur der Schäferkämper Wassermühle wird finanzielle Unterstützung benötigt, um die anfallenden Kosten decken zu können. Dafür ist folgendes Spendenkonto eingerichtet: Förderverein NRW-Stiftung, IBAN DE343005011010 05390537, Stichwort: „Wassermühle“. Weitere Informationen unter www.nrw-stiftung.de.

Der Patriot am 23.5.2018: Ins Müller-Schlafzimmer geblickt

Korn gemahlen für viele Besucher: Schäferkämper Wassermühle beliebtes Ausflugsziel

mühlewiesnerBAD WESTERNKOTTEN Ein begehrtes Ausflugsziel war die Schäferkämper Wassermühle an Pfingstmontag zum Tag der Mühlen. Fröhliches Treiben war bei königlichem Wetter im Garten der Mühle angesagt. Die Heimatfreunde Bad Westernkotten hatten mit ihrem Angebot genau ins Schwarze getroffen: Nicht nur der Rundgang durch die denkmalgeschützte, an diesem Tag in Betrieb genommene Mühle wurde genutzt, sondern auch die Müllerwohnung besichtigt. Da wurde ein Blick auf die Spitzenbettwäsche im Schlafzimmer des Müllers und seiner Frau geworfen und das ratternde Zahnrad-Getriebe im Gewölbe besucht.

Heimatfreund Stefan Wiesner informierte über das Mahlen, wie das Korn über Trichter und Rüttelschuh den schweren Mühlrädern zugeführt, der Schrot über Elevatoren weiter befördert und im Sieb von Kleie und Mehl getrennt wird. „Die Menschen waren seither vom weißen Mehl fasziniert, obwohl das Vollkorn das weitaus Nahrhaftere ist. Das helle Brot galt auch unter den Herrschaften als edler“, so Wiesner, der auch darauf verwies, dass derzeit das Lager im ersten Mahlgang ausgebrochen ist und relativ aufwändig mit dem Einbau einer neuen Welle wieder hergestellt werden soll. Die Heimatfreunde freuen sich daher über jede Spende. Wer etwas dazu beitragen möchte, meldet sich bei Josef Sellmann. In diesem Jahr neu war das Steinofenbrot. Am 300 Grad erhitzten Ofen kam Thomas Hesse vom Heimatverein Bökenförde gut ins Schwitzen. 120 Brezeln und 100 Steinofen-Brote waren am frühen Nachmittag bereits verkauft, so begehrt waren die nach Bökenförder Rezept hergestellten Backwaren. Erbsen- und Kürbissuppe, selbstgebackene Baiser-Torten, Kuchen und Kartoffelwaffeln gingen ebenso weg wie warme Semmeln.

Über die Schulter schauen konnte man den Drechslern Willi Lübbert aus Langeneicke und Hartmut Lobert aus Hamm vom Handwerker-Forum der Drechsler. Selbst geflochtene Körbe von Stefan Brenkschröder, das Mühlendröpken und diverse Liköre, Bücher und Basilikumnudeln ergänzten das Angebot. Voll waren die Sitzgelegenheiten unter den Pagodenzelten, wo die Besucher gerne und lange verweilten. rio

Der Patriot am 17.5.2018: Es klappert wieder am Bach

Schäferkämper Mühle öffnet am Pfingstmontag für Besucher. Handwerker zeigen ihr Können

MühleBAD WESTERNKOTTEN Die Schäferkämper Wassermühle hat wie jedes Jahr am Pfingstmontag, 21. Mai, von 11 bis 17 Uhr wieder ihre Tore geöffnet. Die Heimatfreunde freuen sich, den Besuchern die älteste Kraftmaschine der Menschheit zu zeigen.

Im Innern der Mühle klappert der Rüttelschuh und fördert das Korn zwischen die Mahlsteine, damit das Korn zu Mehl wird. In diesem Jahr kann nur ein Mahlgang laufen, da am Zweiten das Lager ausgebrochen ist, wie die Heimatfreunde mitteilen. Im Laufe des Jahres soll die Welle vom Mühlenbauer ausgebaut und ersetzt werden. Neben der Mühle kann auch die Müllerwohnung besichtigt werden. Diese erinnert an vergangene Zeiten. Auf dem Mühlengelände werden verschiedene Handwerker ihr Können den Besuchern zeigen.

In diesem Jahr ist eine besondere Attraktion das Brotbacken im Steinofen, so dass die Besucher ein leckeres Steinofenbrot erwerben können. Ebenfalls etwas Besonderes ist ein Drechsler, der sein Können den Besuchern zeigt. Neben den Klöppeln wird auch wieder ein Korbflechter und eine Stuhlflechterin ihr Handwerk zeigen. Ketten, Tücher, Honig und Nudeln werden zum Verkauf angeboten.

Damit die Schäferkämper Wassermühle für Jung und Alt ein lohnendes Ausflugsziel wird, haben die Heimatfreunde auch für das leibliche Wohl gesorgt. So werden Getränke, Würstchen nach Westernkötter Rezept, Suppen, Waffeln und die Spezialität der Heimatfreunde, nämlich Kartoffelwaffeln, angeboten. Zur Kaffeezeit dürfen hausgemachter Kuchen und frisch gebrühter Kaffee nicht fehlen. Auch gibt es in diesem Jahr wieder Waffeln am Stiel, die beliebt bei den Kindern sind.

Die Heimatfreunde in Bad Westernkotten hoffen nun auf passendes Wetter, damit viele Besucher, auch mit dem Rad, vorbeikommen und die Mühle bewundern.

Der Patriot am 9.4.2018: Siederfest lockt mit Sonne, Sole und Salz

Frühlingsboten und Besucherstrom im Kurpark: Heilbad-Saison eröffnet

BAD WESTERNKOTTEN Sonne, Sole, Salz: So wurde der Frühling gestern beim stimmungsvollen Siederfest in Bad Westernkotten begrüßt. Zahlreiche Besucher strömten in den Kurpark. Jung und Alt genossen das beliebte Fest, mit dem traditionell die neue Saison im Heilbad eröffnet wird.

Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei das Salzsieden in der großen Pfanne. Das erste frisch gesiedete Salz schöpfte Sälzerkönigin Kira Hunschede und goss danach sofort Sole zum Weitersieden nach. Dabei zur Seite standen ihr der Vorsitzende des Gradierwerkevereins Bad Westernkotten, Andreas Stillecke, und der Vorsitzende der Heimatfreunde, Josef Sellmann. Zuvor hatten die Drei die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Peter Wessel, Ortsvorsteher Wolfgang Marcus und Pastor Thomas Schmidt, sowie alle Festbesucher begrüßt.

Musikalisch umrahmt wurde der Festauftakt mit flotter Musik vom Blasorchester Bad Westernkotten. Spannend war die Bestimmung der neuen Sälzerkönigin. Kira Hunschede zog aus der Aspirantinnen-Box die „Nummer drei“ als ihre Nachfolgerin. Wer sich dahinter verbirgt, bleibt aber bekanntlich bis zur feierlichen Proklamation beim Promenadenfest geheim.

Allerlei Frühlingsboten zeigten sich den Gästen – die blühenden Narzissen im Kurpark ebenso wie die aktuelle Frühjahrsmode sowie -dekorationen. Während die Großen Spaß am Einkaufsbummel hatten, vergnügten sich die Kinder mit Karussellfahrten. Fröhliche Stimmen und Lachen waren zu hören.

Die kulinarische Festseite bot sowohl Herzhaftes als auch Süßes. Ein Publikumsmagnet war einmal mehr die Cafeteria mit großem Kuchenbüfett in der Kurhalle. Das Rahmenprogramm war abwechslungsreich, darunter der Auftritt der Volkstanzgruppe Holsen-Mantinghausen. Das Pubikum bedankte sich für die Darbietungen mit kräftigem Applaus. Bei den Heimatfreunden Bad Westernkotten gab es Kartoffelwaffeln und Informationen zur langen Salz-Geschichte des Heilbades.

Als Souvenir sehr begehrt war das Bad Westernkottener Siedesalz. Der Erlös des Siederfestes dient dem Erhalt der Gradierwerke im Kurpark. Eks