Bad Westernkotten, früher Cothen, Cothun oder auch Westeren Kotten genannt, wird urkundlich erstmalig im Jahre 976 in den sog. Corveyer Traditionen erwähnt. Diese Traditionen (=Schenkungen) sind ein Verzeichnis der an das Kloster Corvey geschenkten Güter. Darin heißt es:
Traditit Helmeric pro se suisque debitoribus in Cotun CX iugera et V iurnales.
Die Übersetzung lautet: Helmerich schenkte für sich und seine Schuldner in Cotun 110 Morgen und 5 Tagewerke.
Der Name Westernkotten ist aus der Blickrichtung von Paderborn aus entstanden. Der größte Salzsiedeberechtigte und wichtigste Grundbesitzer war über Jahrhunderte der Paderborner Bischof, und er nannte einen näher gelegenen Salzort Salzkotten (ca.20 km östlich von Bad Westernkotten gelegen). Westernkotten war aus seiner Sicht dann der westlicher gelegene Salzort, woraus sich der Name Westernkotten entwickelt hat. Kotten wird zum einen als Begriff für ein kleines Bauernhaus oder Bauerndorf gedeutet, andere Forscher verweisen darauf, dass das Wort ‚kote‘ ein von einem Hof oder aus einer Flur herausgeschnittenes Landstück bezeichnet und begründen ihre Annahme damit, dass die ursprüngliche Berechtigung zum Salzgewinnen bei den Königen lag und dass der königliche Besitz aus der üblichen Flur herausgeschnitten wurde.
1946-1999
1947
– Januar: Gründung der VdK-Ortsgruppe Bad Westernkotten.
– 2.4.: Wegen der großen Wohnungsnot wird ein Siedlungsausschuß gegründet.
– Juni: Erster evgl. Gottesdienst nach dem Krieg; er findet in der kath. Pfarrkirche statt.
1948
– 17.10.: Bei der ersten Gemeinderatswahl nach dem Kriege erhält die CDU 41,6 %, die SPD 35,7 und das Zentrum 22.6.
1949
– 1.9.: Dr. med. Bisping eröffnet als 1. Ansässiger praktischer Arzt eine Praxis.
– 9.9.: Das letzte Siedehaus der Sälzer, an der B 55 gelegen, wird an die Firma Huth verkauft.
1950
– 1.5.: Gründung der Solbad Westernkotten GmbH und Wiedereröffnung des Badebetriebes.
1952
– Juni: Gründung des SPD-Ortsvereins.
– 24.12.: Erster Fernseher im Ort.
1953
– Die ersten Siedlungshäuser Auf der Brede werden bezogen.
1954
– Abriss des großen Gradierwerkes an der Weringhauser Straße.
– Die ersten Siedlungshäuser im Fredegras werden fertig gestellt.
1958
– 19.7.: 700-Jahr-Feier der Gemeinde mit Verleihung des Titels „Bad“; Einweihung der Volkshalle, heute „Schützenhalle“, Herausgabe des ersten Heimatbuches, Übergabe eines neuen Löschfahrzeuges an die Feuerwehr und Einweihung des erweiterten Ehrenmals.
– 19.7.: Heinrich Eickmann wird Ehrenbürger.
– 19.7.: Feierliche Eröffnung der Volkshalle.
– 4.11.: Einweihung der Kurhalle im Kurpark.
1959
– Ab 1.4. öffentliche Müllabfuhr.
1962
– 29.3.: Die Dernbacher Schwestern verlassen nach 41 Jahren Bad Westernkotten.
1963
– 1.8.: Eröffnung einer Zweigstelle der Sparkasse Erwitte-Anröchte an der Aspenstraße (heute Zahnarztpraxis Schmücker).
1964
– Bau der Kläranlage an der Osterbachstraße.
1965
– 19.11.: Einweihung des Elisabethkindergartens.
1966
– 27.11.: Pfarrer Norbert Gersmann wird als neuer Pfarrer von Bad Westernkotten in sein Amt eingeführt.
1967
– Neuer Badearzt wird Dr. med. Wilhelm Antrop.
1968
– 22./23.6.: Einweihung des Sportplatzes „Am Zehnthof“.
– 9.8.: Eröffnung der neuen Schule an der Schützenstraße.
– Erbohrung einer 2. Solequelle „Im Westerfeld“.
– 1.7.: Erstmals Kanalbenutzungsgebühren zu zahlen.
1971
– 20.1.: Gründung des Sportschützenvereins.
1972
– 1.1.: Gründung der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg.
1973
– 18./19.8.: Erstes Pfarrfamilienfest der kath. Kirchengemeinde.
– Die evangelische Kirche kauft das heutige Paul-Gerhardt-Haus.
– Errichtung des Rodelberges und eines Trimm-Dich-Pfades im Muckenbruch.
1974
– 12.5.: Erste Salinenkirmes der Pfadfinder.
– 18.6.: Beginn der Bauarbeiten an der neuen Kirche.
– 2.12.: Gründung der Caritas-Konferenz.
– 29.12.: Erste Altpapiersammlung der DPSG.
1975
– 1.1.: Bad Westernkotten wird Stadtteil von Erwitte
– 4.1.: Eröffnung des Kurheimes Mühlenweg, später Kurklinik. Sie wird im November 1999 geschlossen.
– 6.1.: Einführung der Sternsingeraktion durch die Pfadfinder.
– 25.3.: Anerkennung Bad Westernkottens als „Staatlich anerkanntes Heilbad“.
– 19.4.: Einweihung der Turnhalle und des Lehrschwimmbeckens.
1976
– 1.1.: Einführung der öffentlichen Straßenreinigung.
– 30.1.: Richtfest beim neuen Pfarrzentrum.
– 14./15.8.: Letzter Gottesdienst in der alten katholischen Kirche.
– Am 8. August feierte die evgl. Kirchengemeinde Erwitte den ersten Gottesdienst im heutigen Paul-Gerhardt-Haus; dieses ehemalige Schulgebäude hatte sie Ende 1973 von der Gemeinde Bad Westernkotten gekauft.
– 9.10.: Konsekration der neuen kath. Pfarrkirche durch Erzbischof Dr. Degenhardt.
– 15.12.: Gründung des AWO-Ortsvereins.
1977
– 30.5.: Offizielle Einweihung des Paul-Gerhardt-Hauses.
– 27.6.: Einweihung des Johannes-Hauses.
– Im Oktober Einweihung des Schießstandes an der Straße nach Bökenförde.
– 29.10.: Einsegnung der neuen Friedhofshalle.
– 21.12.: Der Regierungspräsident genehmigt das Wappen der Stadt Erwitte, das auch den Bad Westernkötter Pfannenhaken enthält.
1978
– 1.2.: Ende der Hauptschule Bad Westernkotten: Alle Schüler ab Klasse 5 wechseln nach Erwitte.
1979
– 8.9.: Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in der Straße Am Zehnthof.
1981
– 4.5.: Gründung des Vereins „Heimatfreunde Bad Westernkotten“.
– 31.10. Eröffnung der Hellweg-Sole-Thermen.
1982
– 31.7.: Zum letzten Mal werden aus der Grundschule Schüler aus Bökenförde entlassen.
1983
– 13.11.: Wiederbegründung der KAB.
1985
– 19.8.: Eröffnung der Sonderschule für Sprachbehinderte.
– 18.12.: Gründung des Musikvereins Bad Westernkotten.
1986
– 9.3.: Urkundliche Anerkennung der Solequellen in Bad Westernkotten.
1987
– Ab 10.6.: Die ersten Häuser können Kabelfernsehen empfangen.
– 8.11: Das 480 Seiten starke Heimatbuch „Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg“ erscheint.
1988
– Oktober: Der Kurparkeingang wird gegenüber den Hellweg-Sole-Thermen angelegt.
– 29.10.: Inbetriebnahme des neuen Sauna- und Dampfbadebereiches bei den Hellweg-Sole-Thermen.
1989
– 7.3.: Abbruch des Hofes Hoppe-Nucke. Dort steht jetzt das Kur-Hotel Grüttner.
1990
– 21.7.: Die NRW-Stiftung kauft die Schäferkämper Wassermühle.
1991
– Am 23.3. beschließt die Solbad GmbH die Einrichtung eines Aufsichtsrates.
– 25.3.: Einführung einer umfangreichen Rechts-vor-links-Regelung im Ort.
1992
– Die Salzstraße wird kurpromenadenartig ausgebaut
– 6.9.: Erstes ökumenisches Pfarrfest
– 25.9.: Festakt zum 150jährigen Bestehen des Kurortes
1993
– 2.3.: Der Rat beschließt den Namen „Astrid-Lindgren-Schule“ für die Grundschule
– Ab 1.7. gilt die neue Postleitzahl 59597 statt 4782
1994
– 24.5. Einweihung des Orthopädischen Zentrums.
– 9.7.: Einweihung des neu gestalteten Königssoodplatzes.
– 15.-18.7.: 300 Jahre Schützenverein Bad Westernkotten.
– Juli: Abriss der alten Kläranlage; bereits seit November 1993 wird das Schmutzwasser nach Erwitte gepumpt.
– 10./11.9.: Feierliche Einweihung der restaurierten Schäferkämper Wassermühle.
1995
– 24.6.: Einweihung der ersten drei Tennisplätze im Hockelheimer Feld.
1996
– Am 11.2. wird die neue Speith-Orgel in der katholischen Pfarrkirche feierlich eingeweiht.
– 10.11.: In Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbewohner wird eine Gedenktafel enthüllt.
– Anfang Dezember erscheint das Buch „Bad Westernkotten. Historischer Rundgang“.
1997
– 25.5.: Kirchturmfest rund um den historischen Turm, der in diesem Jahr umfassend saniert wird.
– 28.6.: Die Stadt legt dem Land ein „Kurorthandlungskonzept“ vor, dass dem bedrohten Kurort helfen soll.
– 15.8.: Eröffnung einer Postagentur im REMA-Markt, nachdem einen Tag zuvor die Postfiliale Osterbachstraße 10 geschlossen wurde.
– 19.9.: Gründung der KLJB im Johannes-Haus.
– 23.12.: Fertigstellung einer Erweiterung der Hellweg-Sole-Thermen und des Saunabereiches.
1999
– Zum 1.1.1999 hat die DM aufgehört, eine eigenständige Währung zu sein. Sie wird durch den Euro abgelöst, der ab sofort im bargeldlosen Zahlungsverkehr mit einem festen Wechselkurs von DM 1,95583 eingesetzt wird.
1.1.: Zu Beginn des Jahres leben in Bad Westernkotten 4032 Menschen, davon 1886 männliche und 2146 weibliche.
– 18.1.: Beginn der Arbeiten zur Umgestaltung der Ortsmitte mit dem Entfernen des Brunnens am Alten Markt und der Renaturierung des Osterbaches.
– 20.6.: Buntes Promenadenfest nach Abschluss der Bauarbeiten des ersten Bauabschnittes der Promenadenverlängerung in der Ortsmitte. Dabei haben die Geschäfte geöffnet und präsentieren sich im einheitlichen Outfit.
– 10.7.: Einweihung des neuen Jugendraumes im Hockelheimer Feld.
1900-1945
1902
– Westernkotten wird nach jahrhunderte langem Kampf von der Mutterpfarrei Erwitte abgepfarrt und selbständige Pfarrei
1903
– 10.5.: Der Schützenverein beschließt die Einführung einer einheitlichen Tracht für die Schützen: Schützenhut und weiße Hose.
– 16.10.: Gründung der Volksbank Westernkotten.
1905
– wurde mit der Melioration des Muckenbruches begonnen.
– 26.11.: Gründung eines katholischen Arbeitervereins.
1911
– 25.4.: Grundsteinlegung für den Bau der ersten Schützenhalle.
1912
– 12.2.: Gründung der freiwilligen Feuerwehr.
1913
– Wurde einer der drei Brunnen auf dem Königssood zugeschüttet. Der zweite folgte 1959.
1914
– 19.10.: Einweihung der Volksschule am Kirchplatz, heute Paul-Gerhardt-Haus.
1916
– Gründung der katholischen Frauengemeinschaft als „Christlicher Mütterverein“ am 21.3.
1919
– Versorgung des Ortes mit elektrischer Energie durch die VEW; erste Straßenbeleuchtung.
1920
– 22.2.: Gründung des Sportvereins SuS.
1921
– 3.5.: Ins Schwesternhaus „Elisabethheim“ ziehen Dernbacher Schwestern ein. Feierliche Hauseinweihung.
– 17.5.: Eröffnung einer „Kinderbewahrschule“ im Elisabethheim.
1925
– Am 22.6. beantragt der Gemeinderat erstmals die Umbenennung des Ortsnamens in „Bad“ Westernkotten.
1926
– 1.8.: Gründung des Taubenvereins „Siegerlust“.
1927
– 16.10.: Gründung des Kaninchenzuchtvereins.
1929
– 2.6.: Der Gemeinderat beschließt, dem Sportverein ein Gelände an der Bruchstraße für einen Sportplatz zu überlassen. Dieser wird im Jahre 2000 einer Nutzung für Wohnbebauung zugeführt.
– 15.9.: Einweihung des Mittelteils des heutigen Ehrenmals.
1932
– Unter Pfarrer Schreckenberg wird die 1976 abgerissene Kirche durch den Anbau eines Seitenflügels erweitert.
– 7.6.: Der Kindergarten zieht in eine umgebaute Scheune neben dem Elisabethheim ein.
– 6.11.: Die NSDAP erhält bei den Reichstagswahlen in Westernkotten nur eine geringe Stimmenanzahl.
1933
– Bei den Reichstagswahlen erhält die NSDAP in Westernkotten 22,9 Prozent der Stimmen.
1934
– Bau des 2. Gradierwerks im heutigen Kurpark.
– die Schäferkämper Wassermühle wird stillgelegt
1935
– 31.1.: Vertragsabschluss mit dem Lörmecke-Wasserwerk, die Gemeinde erhält erstmals Wasser über ein öffentliches Kanalnetz.
– Juli: Die katholische Kirchengemeinde feiert den 300. Lobetag.
1936
– 10.8.: Der Oberpräsident von Westfalen verleiht Westernkotten offiziell den Sälzerhaken als Gemeindewappen.
1938
– Bau des (alten) Feuerwehrgerätehauses am Schützenplatz.
– 1.6.: Die letzte jüdische Familie, Ostheimer, muss aus Westernkotten wegziehen.
– Inbetriebnahme des letzten Siedehauses in Westernkotten, an der B 55 gelegen.
1939
– 1.9.: Beginn des 2. Weltkrieges; 1.11. bis April 1940: Einquartierung zahlreicher Soldaten.
1941
– Am 24.7. stirbt der 1. Soldat aus Westernkotten im 2. Weltkrieg: Franz Hasel.
– 18.10.: Einführung von Straßennamen im Ort.
1943
– Zum zweiten Mal fallen Bomben auf den Ort.
– 1.12.: Der Graf von Landsberg verkauft die Salinenanteile in Westernkotten an Prinz Christian von Sachsen, Markgraf zu Meissen.
1944
– 19.9.: 500 Stabbrandbomben beschädigen 17 Häuser; zum Glück gibt es aber keine Toten und Verletzten.
– Pfarrer Becker wird zur Gestapo vorgeladen.
1945
– Am 4.4. wird das Dorf von amerikanischen Truppen eingenommen.
– 23.4.: Für die Amerikaner im Ort müssen einige Häuser geräumt werden. Franz Rieke wird erster Nachkriegsbürgermeister.
– 4.9.: Die Westernkötter Schule wird als erste im Kreis nach dem Krieg wieder geöffnet.
1800-1899
1800
– Am 9.11. 1800 stürzt bei einem schweren Sturm das größte damals vorhandene Gradierwerk ein. Bis 1803 war es wieder aufgebaut.
1802
– 20.10.: Eine hessische Kommission nimmt im Auftrag des neuen Landesherren Hessen-Darmstadt Westernkotten offiziell in Besitz, vor allem die Salinen.
1809
– 5.11.: Die Erbsälzer werden durch Landesgesetz unumschränkte Eigentümer ihrer Salinenanteile.
1816
– 15.7.. Das Herzogtum Westfalen und damit auch Westernkotten wird preußisch. Es gilt das preußische „Allgemeine Landrecht“ kurz ALR
1817
– 12.4. Friedrich Leopold von Fürstenberg kauft die Schäferkämper Wassermühle
1823
– Abbruch der alten Mädchenschule, die etwa beim heutigen Ehrenmal stand. An gleicher Stelle wird wenig später eine Schule für Jungen und Mädchen einschließlich einer Lehrerwohnung errichtet.
1824
– 12.5.: Fertigstellung der neuen Schule in Westernkotten, die rechts vom Ehrenmal stand. Bis zum 1. Weltkrieg wird darin unterrichtet. Anschließend dient sie u.a. als Gefangenenlager.
1826
– Errichtung einer Bürgermeisterei Westernkotten, die bis 1829 Bestand hatte.
1829
– wurde das Urkataster angelegt.
– 31.10.: Kanonische Errichtung der „Vikarie Westernkotten“ durch den Paderborner Bischof Friedrich Clemens.
1836
– Nach einem Vertrag vom 2.4. darf die Saline Westernkotten jährlich 36 000 Zentner Salz produzieren.
– Die erste Dampfmaschine im Kreis Lippstadt wird auf der Saline Westernkotten errichtet. Sie hat 2,5 PS.
1841
– Johann Loeper aus Westernkotten wird Mitglied im westfälischen „Provinziallandtag“ in Münster
1842
– Rentmeister Erdmann eröffnet mit drei Badewannen den Solbadebetrieb im heutigen Kurhaus und begründet damit das Heilbad.
1843
– Wird das erste Protokollbuch der Gemeinde Westernkotten angelegt.
– Am 15.6. beschließt die Gemeinde, das private Torfstechen im Muckenbruch zu untersagen.
1844
– Bau der Aspenstraße. Vorher wurde teilweise das Bachbett als Fahrweg mitbenutzt.
– Insgesamt drei Mal Einquartierung durchziehender Infanteriesoldaten in der 2. Jahreshälfte.
1845
– Bildung des Amtes Erwitte.
– 1.8.: Beim Bohren nach Salz und Sole im heutigen Kurpark wird eine kräftige Solequelle in 78 Meter Tiefe erschlossen.
1848
– 1.8.: Genehmigung einer jüdischen Privatschule für Westernkotten
– Auswirkungen der Bürgerlichen Revolution auch in Westernkotten zu spüren: Gemeindevorsteher Löper kann die Wogen glätten.
1849
– 5.7.: Gründung des ersten Bienenzuchtvereins in Westfalen und Rheinland in Westernkotten.
1853
– 11.9.: Karl Theodor Weierstraß verfasst in Westernkotten seine berühmte mathematische Abhandlung „Zur Theorie der Abel’schen Funktionen“.
1858
– Abriss des ersten Gradierwerkes im Ort. Es stand östlich des Kurhauses.
– Zusammenlegung der drei bisher selbständigen Schützenvereine.
1861
– 1.6.: A. Bergmann aus Störmede wird neuer Besitzer des Solbades Westernkotten.
1865
– Reinhard Jesse wird zum 1. Mal in den westfälischen Provinziallandtag gewählt.
1866
– Westernkotten 71 Pferde bereit gestellt werden.
1867
– 12 Personen sterben an Cholera.
– 1.7.: Das Einzugsgeld wird per Gesetz aufgehoben.
1868
– Stillegung der fiskalischen Saline.
– Aufhebung des Salzmonopols.
1870
– 16.7.: Für den deutsch-französischen Krieg müssen aus Westernkotten 82 Pferde bereit gestellt werden.
1871
– Friedrich Carl Wiese erwirbt das Solbad Westernkotten.
1873
– Vertrag über die Teilung des Westernkötter Bruchs östlich der Ortslage.
1881
– Bei Streitereien an den Karnevalstagen wird ein Bauer erschlagen. Das bringt letztlich das Ende der Karnevalsfeiern mit sich.
– 26.6.: Westernkotten bekommt eine eigene Poststelle.
1883
– Bau der Landes-Eisenbahn Lippstadt-Warstein.
1884
– Ludwig Marx aus Bökenförde erwirbt die Schäferkämper Mühle und die Mühle am Hof zu Osten
1885
– Einweihung des eigenen Friedhofs der Kirchengemeinde am 21.12.
1888
– Am 31.12. wird der Rezess über die Aufteilung der Feldflur bestätigt.
1893
– Im Kurhausgarten ersetzt F.C. Wiese den Göpelbetrieb zur Förderung der Sole für Heilzwecke durch eine Dampfmaschine.
1894
– 18.3.: Die Kirchengemeinde erhält die Erlaubnis, die Kinder in der eigenen Kapelle und nicht mehr in Erwitte zu taufen.
– Erstes Fahrrad in Westernkotten.
1899
– Bau einer Brücke über die Gieseler bei Bökenförde. Vorher musste hier eine Furt benutzt werden, die bei Hochwasser unpassierbar war.
– 18.12. Wilhelm Thiemann kauft die Schäferkämper Wassermühle
1700-1799
1700
– Zum ersten Mal werden als Einwohner von Westernkotten Juden erwähnt.
1713
– Im Januar zahlt Westernkotten an Kaiserliche Truppen 269 Thaler Einquartierungskosten.
1714
– das ehem. Bredenoll´sche Haus wird errichtet. Standort: dort wo heute die Kirche steht.
Der alte Torbogen ziert heute den Mühlenschuppen an der Schäferkämper Wassermühle.
1725
– Am 19.3. ereignet sich in der Kapelle ein übler Zwischenfall: Bei einem Streit zweier Frauen fließt sogar Blut. Die Kapelle ist entweiht.
1729
– Aus diesem Jahr stammt die älteste vorhandene Abschrift des Lobetagsbriefes.
1730
– Der jeweilige Seelsorger in Westernkotten erhält die Erlaubnis, Katechese abzuhalten und auch gottesdienstliche Funktionen wahrzunehmen.
1748
– Am 12.1. erhält der Graf von Kaunitz-Rietberg die Konzession zum Bau der Schäferkämper Mühle, die noch im selben Jahr fertiggestellt wird.
1766
– Am 28.3. sind 31 Häuser abgebrannt.
1771
– Die Westernkötter beklagen sich beim Kölner Erzbischof über den schlechten und langen Weg zur Erwitter Pfarrkirche.
1774
– Gemeindeversammlung auf dem Kapellenplatz: Es wird beschlossen, den Seelsorgern aus Geseke jeweils ein „Kosthaus“ zur Verfügung zu stellen.
1778
– 27.11.: Fürstbischof Wilhelm Anton verleiht den Sälzern von Westernkotten neue Statuten.
1782
– Der Rittersitz in Westernkotten gelangt an die Familie von Papen.
1784
– 5.7.: In Westernkotten ist eine sog. Kaland-Bruderschaft nachzuweisen.
1600-1699
1603
– Die erste gedruckte Beschreibung von Westernkotten, ein Salinenbuch von Johann Thölde, erscheint.
1606
– 12 Kompanien holländischer Reiter können nur durch eine Zahlung von 600 Reichstalern zum Abzug bewegt werden.
1607
– Erneut erpressen 12 holländische Kompanien 650 Reichstaler.
1612
– Alle Adligen aus Erwitte und Westernkotten außer von Landsberg und von Ense verweigern die vom Kölner Visitator angebotene Kommunion.
1613
– Als kölnische Visitatoren die Westernkötter Kapelle visitieren wollen, verbietet der Landrost Jobst von Landsberg den Westernköttern, sich mit den Visitatoren einzulassen bzw. sie zu stören.
1619
– Zahlreiche Westernkötter werden immer noch des protestantischen Irrglaubens verdächtigt.
1622
– Der tolle Christian brandschatzt und plündert Westernkotten.
1629
– Der Westernkötter Hermann Gusties wird wegen Zauberei zum Tode verurteilt.
1630
– 29.1.: Eingabe der Westernkötter Eingesessenen, dass die Westernkötter Kapelle zu Paderborn gehöre. Beginn des Kampfes um kirchliche Eigenständigkeit und Loslösung von der Mutterpfarrei Erwitte.
– In diesem Jahr wird eine steinerne Urkunde gefertigt, die Auskunft über den Ursprung Westernkottens gibt und noch heute hinten in der kath. Pfarrkirche hängt.
1635
– Pest in Westernkotten. Lobetagsversprechen.
1648
– 25.1.: Erneute Eingabe der Westernkötter an den Kurfürsten in Köln mit der Bitte, dass der Erwitter Vikar häufiger in Westernkotten Messe lesen möge
– Der „Westfälische Frieden“ beendet den 30jährigen Krieg
1649
– 7.7.: Neueinweihung der Westernkötter Kapelle nach den Plünderungen und Schändungen im 30jährigen Krieg.
1658
– Dietrich von Landsberg erhält das Amt Westernkotten vom Paderborner Bischof als Lehen. Damit vereinigt er in seiner Person die Kölner Landeshoheit und die Paderborner Grundhoheit.
1666
– Die älteste Dorfansicht, ein Gemälde des Paderborner Hofmalers Carl Ferdinand Fabritius, entsteht.
1670
– Die Salinenbetreiber beklagen die zu häufige Einberufung der sog. Bauersprache.
– 2.4.: Der Erwitter Pfarrer verpflichtet die Geseker Observanten, sich nicht (weiter) in die Seelsorge in Westernkotten einzumischen.
1673
– Am 3.3. wird Westernkotten von brandenburgischen Truppen in Brand gesteckt: 85 Gebäude ohne die Salzhütten gehen in Flammen auf.
1685
– wird zum ersten Mal ein „Reformierter“ als Bewohner von Westernkotten erwähnt.
1687
– Endgültige Einigung zwischen Paderborn und Köln über die Zuständigkeiten in Westernkotten.
– Aufhebung der Leibeigenschaft in Westernkotten.
1691
– Am 3.8. ereignet sich ein Großbrand, dem 100 Gebäude und wahrscheinlich die Kapelle zum Opfer fallen.
1694
– Angenommenes Gründungsjahr des Schützenvereins.
1699
– Nach einem Brand im Jahre 1691, bei dem große Teile des Ortes und die Kapelle zerstört wurden, wird die Kapelle neu errichtet. Noch heute erinnern die als Zahlen ausgeprägten Maueranker an der Westseite des Kirchturms an dieses Ereignis.
696-1599
696
– Die Sachsen dringen von Norden über die Lippe vor und erobern das Gebiet der Brukterer, die auch im Raum Bad Westernkotten lebten.
772
– Beginn der fränkischen Kriegszüge gegen die Sachsen, die auch im Raum Bad Westernkotten lebten.
861
– Erste Erwähnung von Weringhausen
976
– Erste Erwähnung Westernkottens als „Cothun“ in den Corveyer Traditionen
1027
– 7.4.: Schenkung des Erwitter Königshofes mit den Westernkötter Salzquellen an den Paderborner Bischof Meinwerk
1072
– Erste Erwähnung von Ussen
1150
– Erste urkundliche Erwähnung von Aspen
1207
– Erste Erwähnung des Domhofes, damals noch „villa hoensberg“ genannt.
1253
– 12.6.: Erste Erwähnung von Hockelheim.
1312
– 21.6.: In Westernkotten sind 92 Salzhäuser vorhanden
1444
– Im Dezember werden in der „Soester Fehde“ die Dörfer Aspen, Hockelheim und weitere Ortschaften bei Westernkotten völlig zerstört. Sie werden nicht wieder bewohnt und fallen wüst.
1506
– Anlegung der Landwehr um Westernkotten.
1508
– Frühstmögliche Datierung des Baus der ersten Kapelle in Westernkotten.
1524
– Der Mönch Johannes Westermann predigt im benachbarten Lippstadt die lutherischen Lehren.
1536
– Zum ersten Mal wird für Westernkotten ein Lehrer erwähnt.
1538
– Zum ersten Mal kommt es zu einem Vergleich zwischen Paderborn und Köln über Gerichts- und andere Zuständigkeiten im Bereich des Amtes Westernkotten.
1575
– Adrian von Ense erhält vom Kölner Erzbischof den Westernkötter Erzstiftshof als erbliches Gut. Das letzte Gebäude dieses Rittergutes, der Zehnthof, wurde 1975 abgerissen.
1583
– Im März widersetzen sich bei einer Landständeversammlung in Arnsberg v.a. Adrian von Ense aus Westernkotten und Johannes von Droste aus Erwitte dem Bestreben des Kölner Erzbischofs Truchsess, im Herzogtum Westfalen den Protestantismus einzuführen.
1590
– 11.12.: Überfall staatischer (niederländischer) Truppen: Plünderung aller Vorräte und Erpressung von 7000 Reichstaler Schutzgeld.
Chronologie als PDF zum Download
Die neueren Chroniken ab dem Jahre 2000 befinden sich auf den Seiten des Chronisten Wolfgang Marcus.
